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Musik in fränkischen Schlössern

Cello allein – Suiten von Johann Sebastian Bach

Datum: 13.06.26

Zeit: 17:00 Uhr

Samstag 13. Juni 2026, 17 Uhr 

Schloß Friesenhausen

Bernhard Hentrich, Barockcello

Für Bernhard Hentrich hat die Erarbeitung der Cellosuiten etwas von Bergsteigen wie noch vor 150 Jahren an sich: Man plant, man strengt sich an, riskiert auch Abstürze und was steht am Ende? Eben die Erkenntnis, dass der höchste Gipfel offensichtlich ganz woanders liegt. Das liegt wohl nur zum Teil daran, dass das originale Kartenmaterial -in diesem Fall die Handschrift J. S. Bachs- nicht mehr vorhanden ist. Über 100 Ausgaben in moderner Notenschrift gibt es inzwischen, welche sich an der erhaltenen Kopie der zweiten Frau Bachs und späteren Abschriften orientieren. Doch findet man dadurch besser den Weg? Wir können seine Sprache doch nur erahnen, die originalen Phrasierungen, Betonungen sind ja nicht erhalten. Wissen wir wenigstens, für welches Instrument? Da verlangt Bach drei verschieden Typen: zunächst ein viersaitiges, dieses jedoch in der c-Moll anders gestimmt [discordable] und schließlich in der D-Dur Suite ein fünfsaitiges Cello [a cinq cordes]. Kennen wir den Spieler der Uraufführung? Man kann sich nicht einmal sicher sein, ob die Suiten in Weimar oder erst Jahre später in Köthen entstanden sind...

Bernhard Hentrich studierte Violoncello, Streichquartett und Gesang (Nebenfach) an den Musikhochschulen Dresden, Karlsruhe und der Schola Cantorum Basiliensis bei Christophe Coin sowie Musikwissenschaft an der TU Dresden. Eine enge Zusammenarbeit verband ihn danach mit dem Tänzer Thomas Hartmann und dem Schauspieler Rolf Hoppe. Es folgten Solokonzerte u. a. in Adelaide, Buenos Aires, Porto und Pulsnitz.

Der Gegenstand seiner Forschungen (u.a. Deutschen Historischen Instituts Rom) sowie deren praktischen Umsetzung in Lehre und Konzerten ist die vergangene Musik-Realität: Provenienzrecherchen zu den Dresdner Silbertrompeten, dem Instrumentarium der Sächsischen Hofkapelle (Entdeckung eines Violone von Peregrino Zanetto vom Ende 16. Jh., Wiederauffindung einer verschollenen Tenor-Viola von Antonius & Hieronymus Amati). Vorträge u.a. in Bern, Bologna, New York und Salzburg. 2011-16 Wissenschaftlicher Mitarbeiter, seit 2017 Professor für Alte Musik, zudem 2022-25 Dekan an der Hochschule für Musik in Dresden.

 

Kartenbestellung www.schloesser-und-musik.de

Treffpunkt: Schloss Friesenhausen

Veranstaltung ohne festen Ort

Aidhausen